Das Musical.

Gehören Sie zur bestandenen Generation, welche die späten Sechzigerjahre selber miterlebt hat? Oder kennst du «die Achtundsechziger» vom Hörensagen, die Ereignisse, welche einen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Wendepunkt nicht nur in den USA markieren: der Protest gegen den Vietnamkrieg, die Auflehnung gegen Gewalt und Rassenhass, gegen das Establishment und eine als prüde erlebte Erziehung, die Flower-Power-Welt der Hippies, psychedelische Drogen und die neue Kraft der Rockmusik, Studentenunruhen in Paris, Berlin und Zürich, die Attentate auf Martin Luther King und Robert F. Kennedy?

Am New Yorker Broadway machte im April 1968 die Premiere des Musicals HAIR Furore (Untertitel: The American Tribal Love/Rock Musical). Neu war der bewusste Bruch mit der Theater-Tradition. Das Buch von G. Ragni/J. Rado und die Musik von MacDermot spiegelten das Lebensgefühl der amerikanischen Jugend. Noch im gleichen Jahr liessen sich die Massen auf den grossen Bühnen Europas von diesem bahnbrechenden Spektakel begeistern.

50 Jahre sind vergangen. HAIR macht Schlagzeilen im Entlebuch. Nach Cats 2014 und West Side Story 2016 präsentieren der Verein Musical Plus und die Kantonsschule Schüpfheim / Gymnasium Plus eine aktualisierte und teilweise lokal gefärbte Show. Regisseur Silvio Wey hat entsprechende Anpassungen vorgenommen und lässt seinem Ensemble dabei viel Freiraum für Improvisation.

Der Vietnamkrieg hat neuen Konfliktherden Platz gemacht, grosse Themen wie Klimaveränderung, Konsumgier oder Digitalisierung beschäftigen die Menschen heute. Ernst in der Aussage und Witz im Ausdruck sind garantiert. Die Sinnsuche bleibt. Aber Achtung: HAIR ist keine Kost für Kinder unter 68 Jahren mit allzu zarten Gefühlen, empfindlichen Moralvorstellungen und dogmatischen religiösen Ansichten!

Und darum geht’s: Sie leben und lieben in einer globalisierten Welt, die langhaarigen Hippies, die sich gegen die Einberufung in den Kriegsdienst auflehnen. Claude, vom Land hinzugekommen, verliebt sich in die junge Sheila, die aber nichts von ihm wissen will. Hin und her gerissen zwischen den patriotischen Idealen seiner bürgerlichen Herkunft und dem Pazifismus seiner neuen Freunde, gerät er in einen inneren Konflikt: Soll er den Kriegsdienst verweigern und im Knast landen? Soll er sich der militärischen Autorität unterwerfen, Menschen töten und sein Leben riskieren?

Das 35-köpfige Orchester, 25 Spieler, Sänger und Tänzerinnen mit einem bewährten künstlerischen Leitungsteam und einer versierten Technik-Crew freuen sich, Sie/dich an einer der acht Vorstellungen zwischen dem 22. Februar und dem 4. März 2018 in der Sporthalle Moosmättili zu überraschen! Herzlich willkommen!